Schilder

Richtungsweisende Schilder und Notleuchten zur Fluchtwegkennzeichnung findet man heutzutage in allen öffentlichen Gebäuden, wie etwa einer Volkshochschule. Jeder kennt die leuchtenden Schilder mit dem weißen Pfeil und dem laufenden Männchen auf grünem Grund. In jedem Amtsgebäude, in jedem Kaufhaus zeigen sie normale Ausgänge und Notausgänge an. Ob in Hochschulen, Lokalen, Kindergärten oder Schulen, im Bürgeramt oder im Supermarkt, überall sind die Wegweiser vertreten. In vielen Ländern, so auch in Deutschland, ist es bereits Pflicht, in großen, unübersichtlichen Gebäuden Notleuchten anzubringen. Die Leuchten müssen dabei unabhängig von der allgemeinen Beleuchtung installiert sein und über ein eigenes Stromnetz laufen. Nur so können Notleuchten ihren wohl bekanntesten Zweck, die Weisung zum Notausgang in Fällen eines Stromausfalls, erfüllen.

Allerdings bezeichnet der Begriff Notleuchten nicht zwangsläufig genau dieses Schild. Auch einfache Leuchten, die ebenfalls über ein gesondertes Netz, etwa einen Notstromgenerator oder eine batteriebetriebene Versorgungseinheit gespeist werden müssen, werden als Notleuchten bezeichnet. Sie erfüllen weitere Zwecke als Sicherheitsbeleuchtung oder als Ersatzbeleuchtung. In Krankenhäusern beispielsweise sorgen Notleuchten als eben diese Ersatzbeleuchtung dafür, dass bei einem etwaigen Stromausfall keine Operationen unterbrochen werden müssen. In anderen Betrieben verhindern sie als Anti-Panik-Beleuchtung, dass in der unvorhergesehenen Dunkelheit Panik ausbricht. Dafür müssen innerhalb von fünf Sekunden fünfzig Prozent der geforderten Beleuchtungsstärke erreicht sein, einhundert Prozent nach einer Minute. Die Leuchten müssen gleichmäßig in den Betrieben verteilt sein, um für jeden Mitarbeiter von seinem Arbeitsplatz oder dessen unmittelbarer Umgebung aus sichtbar zu sein. Für eine Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung, zum Beispiel an Maschinen, die schnell drehende Teile beinhalten oder an Schmelzöfen in der Metallverarbeitung, ist eine höhere Beleuchtungsstärke gefordert als für die Anti-Panik-Beleuchtung. Es muss die Möglichkeit gewährleistet sein, gefährliche Arbeitsgänge zu beenden. Auch erleichtert die Sicherheitsbeleuchtung bei einem Einsatz von Feuerwehr oder Sanitätern den Rettungskräften ihre Arbeit, in dem sie ihnen nicht nur das nötige Licht spendet, sondern auch die Richtung zu den Sammelpunkten weist.

Notbeleuchtungen können entweder permanent in Betrieb sein (Dauerschaltung), also ohne Unterbrechung leuchten, oder in Fällen eines Stromausfalles eingeschaltet werden (Bereitschaftsschaltung). Im zweiten Fall werden die Leuchten durch eingearbeitete, elektronische Module zwangsweise eingeschaltet. Geregelt werden die Sicherheitsleitsysteme und Sicherheitsbeleuchtungen in der Berufsgenossenschaftlichen Regel für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit: * BGR 216 Optische Sicherheitsleitsysteme (einschließlich Sicherheitsbeleuchtung).

Eine besondere Regelung in Bezug auf die Schilder und Leuchten einer Sicherheitsbeleuchtung gibt es im Bahnverkehr. In Eisenbahntunneln, U-Bahnschächten und Tunneln des Straßenbahnnetzes sind die beleuchteten Schilder, die den Weg zu den Notausgängen weisen, nicht, wie in öffentlichen Gebäuden und Arbeitsstätten, grün, sondern blau. Damit wird verhindert, dass die Schilder mit Eisenbahnsignalen verwechselt werden können.